Funktionen/Aufgaben

Hier ein Überblick, was eine KI mit den Angaben aus einer ausführlich strukturierten Krankengeschichte praktisch alles leisten kann, plus ein kurzes Demo-Beispiel.

Mögliche Funktionen und konkrete Outputs

Anonymisierung: Bevor eine Anfrage an die KI geschickt wird, werden die Daten auf dem lokalen PC automatisch anonymisiert. Damit ist der Datenschutz vollumfänglich gewährleistet.

Anamnese: Das Gespräch zwischen Arzt und Patient erfolgt per Mikrofon, unabhängig von der Sprache. Die Originalaufnahme und die digitalisierte Zusammenfassung auf Deutsch werden direkt in die Krankengeschichte beim Patienten hinterlegt.

Befundanalyse: Vitaldaten, Labor-, Bildgebungs- und Funktionsuntersuchungen inkl. Priorität

Klinische Zusammenfassung: Kurzfassung (1–3 Sätze) für Visite oder Übergabe. Chronologische Reihenfolge: Symptombeginn, Verlauf, relevante Ereignisse

Problemliste und Priorisierung: Strukturierte Liste mit Hauptproblemen, Nebendiagnosen, akut vs. chronisch. Differentialdiagnosen und Wahrscheinlichkeiten. Mögliche Ursachen, geordnet nach Wahrscheinlichkeit und Dringlichkeit. Diagnostikempfehlungen

Therapie- und Managementvorschläge: Initiale Maßnahmen, Medikationsvorschläge mit Dosisberechnung

Sicherheitschecks und Alerts: Interaktions-, Allergie- und Kontraindikations-Checks; Alerts für Red Flags (z. B. Sepsiszeichen, kardiale Ischämie)

Kurze medizinische Notizformate (in beliebiger Sprache): Strukturierte SOAP- oder SBAR-Notizen, Austrittsbericht, Überweisungstext

Patientengerechte Erklärungen (in beliebiger Sprache): Verständliche Zusammenfassung der Erkrankung, Behandlungsoptionen, Hinweise zur Nachsorge

Administration / Kodierung: ICD-10, OPS-Vorschläge, Vorbereitung von Befund- und Arztberichten (in beliebiger Sprache)

Qualitäts- und Leitliniencheck: Abgleich mit relevanten Leitlinien (Empfehlungen, empfohlene Therapie) und Hinweise auf Abweichungen

Forschung & Epidemiologie: Erstellung von Fallzusammenfassungen für Register, Identifikation von Einschlusskriterien für Studien

Datenaufbereitung und Datenschutz: Anonymisierung von Dokumenten, Extraktion strukturierter Felder (Medikamente, Allergien, Laborwerte)

Visualisierungen: Graphische Darstellung von Vitalwertverläufen, Medikationstimeline, Risikoprofilen

Workflow- und Team-Unterstützung: To-do-Listen, Priorisierung von Maßnahmen, Vorbereitung für Übergaben/MTBs

Fiktiver, anonymisierter Fall

Eingabe (Beispiel-Kurzgeschichte):

Patient: Mann, 68 J.
Vorerkrankungen: Typ-2-Diabetes, Hypertonie, Hyperlipidämie, BMI 31
Medikamente: Metformin 1000 mg ×2, Lisinopril 20 mg 1-0-0, Atorvastatin 20 mg abends, ASS 100 mg täglich
Allergie: Penicillin (Urtikaria)
Anamnese aktuell: seit 3 Tagen Husten mit gelblichem Auswurf, Fieber bis 38.5 °C, seit gestern zunehmende Luftnot bei leichter Belastung, Thoraxschmerz rechtsseitig, kein bekannter Kontakt zu COVID-19
Befunde bei Aufnahme: AF 22/min, SpO2 92% RA, RR 150/85 mmHg, HF 96/min, Temperatur 38.2 °C

Ausgabe (Beispiel-Outputs der KI)
  1. 1–2-Satz-Zusammenfassung:
    68-jähriger Mann mit T2DM, Hypertonie und Fieber/Husten seit 3 Tagen mit zunehmender Belastungsdyspnoe und rechtsseitigen Brustschmerzen; initiale Oxygenierung leicht reduziert (SpO2 92%).
  2. Priorisierte Problemliste:
    Akut: Verdacht auf bakterielle Pneumonie vs. Lungenembolie vs. dekompensierte Herzinsuffizienz
    Chronisch: Typ-2-Diabetes, Hypertonie, Hyperlipidämie
    Allergie: Penicillin (Urtikaria)
  3. Differentialdiagnosen (Kurz):
    Bakterielle Pneumonie: hoch
    Lungenembolie: mittel; Thorax-/Dyspnoe, akuter Beginn
    Exazerbation einer chronischen Herzinsuffizienz / kardiogenes Lungenödem: mittel
    COPD-Exazerbation: wenn Raucheranamnese vorliegt
  4. Empfohlene initiale Diagnostik (priorisiert):
    Röntgen Thorax (AP/PA): sofort
    EKG: zur Abklärung kardialer Ursachen
    Blutuntersuchungen: CBC, CRP, Blutkulturen (bei Fieber), Elektrolyte, Nierenwerte, BGA oder SpO2 unter Belastung, BNP (bei Verdacht auf kardiale Ursache), D-Dimer (bei stärkerem PE-Verdacht)
    CT Thorax: ggf. bei hochgradigem PE-Verdacht oder unklaren Befunden
    Mikrobiologische Abstriche: Sputum falls möglich
  5. Erstmaßnahmen (Beispiele):
    Sauerstoffgabe: bei SpO2 <94% (z. B. Nasenbrille) und engmaschige Überwachung
    Fiebermanagement: Paracetamol
    Antibiotikatherapie: falls Pneumonie sehr wahrscheinlich, unter Berücksichtigung der Penicillin-Allergie (z. B. Makrolid oder Fluorchinolon/alternativ Cephalosporine je nach Allergie-Schwere; Klärung durch behandelnden Arzt)
    Analgetika: bei Brustschmerzen; rasche Abklärung kardieller Ursachen
  6. Patientenfreundliche Erklärung (Kurz):
    „Sie haben eine Infektion der Lunge, die zu Husten, Fieber und Luftnot führt. Wir möchten mit Röntgenaufnahmen und Bluttests feststellen, ob eine Lungenentzündung oder eine andere Ursache vorliegt. Je nach Ergebnis bekommen Sie eine gezielte Behandlung und Überwachung.“
  7. Kurze SOAP-Notiz (Beispiel):
    S: Fieber, produktiver Husten 3 Tage, Zunahme Dyspnoe
    O: Temp 38.2 °C, SpO2 92% RA, HF 96/min, RR 150/85
    A: Verdacht auf Pneumonie; DD: Lungenembolie, kardiale Dekompensation
    P: Röntgen Thorax, EKG, Labor (CRP, BB, BNP), O2-Therapie, Abstrich/Sputum, Allergie beachten; Antibiotikaempfehlung nach Befund
  8. ICD-10 Vorschläge (als Vorschlag):
    J18.9: Pneumonie, nicht näher bezeichnet (bei Bestätigung)
    E11.9: Diabetes mellitus Typ 2 ohne Komplikationen (bestehend)
    I10: Essentielle (primäre) Hypertonie